Fade to Grey – Visage

Fade to Grey – Visage

Veröffentlichung 10 November 1980
Charts Deutschland Platz 1 – 23.02.1981 (30 Wo.)

Steve Strange – Gesang
Brigitte Arens – französischer Text
Midge Ure – Hintergrundgesang
Rusty Egan – Hintergrundgesang
Billy Currie – Synthesizer, Violine
Christopher Payne – Synthesizer, Viola
Cedric Sharpley – Schlagzeug, Schlagzeugprogrammierung

Fade to Grey ist ein Lied der britischen New-Romantic-Band Visage. Das Lied ist neben Don’t You Want Me von The Human League eine der kommerziell erfolgreichsten Singles des britischen Synthie-Pop. Die Single eroberte in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland und der Schweiz, die Chartspitze. Beim Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft wurde für die Single eine Goldene Schallplatte und bei der British Phonographic Industry eine Silberne Schallplatte registriert.

Entstehung

Die Komposition stammt von Billy Currie und Christopher Payne und entstand während Soundchecks der Pleasure Principle Tour von Gary Numan 1979. Das Stück, an dem auch Cedric Sharpley kompositorisch beteiligt war, obwohl er als Urheber nicht genannt wird, trug zu diesem Zeitpunkt den Titel Toot City. Es war ursprünglich gar nicht für Visage gedacht, sondern als eine Erinnerung an die Tournee. Currie drängte daher auf eine Aufnahme und kontaktierte den Produzenten Martin Rushent. Die Aufnahme der Instrumentalspuren von Currie, Payne und Sharpley fand einen Tag nach Abschluss der Tournee in Rushents Genetic Sound Studio in Berkshire statt. Erst später schrieb Midge Ure einen Text für den Song, den Steve Strange als Frontmann des Projektes singen sollte. Neben Strange sprach die belgischstämmige Brigitte Arens die französischen Textzeilen in den Mayfair Studios in Primrose Hill, London ein. Die Aufnahme wurde von John Hudson als Toningenieur betreut und abgemischt sowie von der Band und Midge Ure produziert. Die B-Seite der Single ist das Instrumentalstück The Steps.

Veröffentlichung und Charterfolge

Die Single wurde am 10. November 1980 bei Polydor veröffentlicht und stieg am 20. Dezember 1980 auf Platz 68 in die britischen Top-75 ein. Fade to Grey hielt sich 15 Wochen in den britischen Charts und erreichte am 17. Februar 1981 Platz acht. In Deutschland tauchte die Single ab dem 23. Februar 1981 in den Media-Control-Charts auf, setzte sich sieben Wochen lang an die Spitze und hielt sich insgesamt 29 Wochen in der Hitparade. In der schweizerischen Hitparade setzte sich die Single ebenfalls an die Spitze; in der österreichischen Hitparade erreichte Fade to Grey Platz drei.

Eine Remixversion von Visage und John Luongo mit einer Länge von 6:38 Minuten wurde 1983 auf der Kompilation Fade to Grey – The Singles Collection als Vinlylangspielplatte veröffentlicht. Zahlreiche Remixversionen wurden 1993 für die Verkaufsförderung der Compact Disc dieser Kompilation (Fade to Grey – The Best of Visage) veröffentlicht: Die Bassheads (Desa Basshead und Nick Murphy), Andy Stephenson, Dave Ralph, Tim Wedge und Daryl Strickley mischten die Aufnahmen neu ab. Der Bassheads 7″ Edit konnte sich in den britischen Top-40 platzieren.

Rezeption

Stewart Mason urteilt in seiner Rezension bei Allmusic: „Midge Ure und Billy Currie formen einen minimalistischen, pulsierenden Synthpop-Sound, der sowohl von den künstlerischen Vorlieben von Cluster als auch dem Elektrodiscorhythmus von Giorgio Moroder beeinflusst zu sein scheint.

Dave Thompson urteilt in seinem Buch Alternative Rock im Jahr 2000: „Fade to Grey bleibt ein zeitloser Klassiker“.

Dave Rimmer, Autor von Like Punk Never Happened, kritisiert in seinem Bildband The Look – New Romantics die Wichtigtuerei:

„Eine Popplatte mit einem Discogefühl, eingängigem Refrain und einer Portion Französisch, um es ‚europäisch‘ klingen zu lassen, war sie wohlverpackt, aber oberflächlich, nur ein großes Mundwerk.“

– Dave Rimmer: The Look – New Romantics